Indien-China Beziehungen Exkursion nach Genf
Im Sommersemester 2026 organisierte das von Dr. Dieter Reinhardt geleitete Seminar „Beziehungen zwischen Indien und China“ eine aufschlussreiche Exkursion nach Genf. Eine Delegation von 25 Studierenden nahm an dieser Studienreise teil.
1. Treffen mit dem Leiter der Abteilung Asien-Pazifik beim Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR)
Die Delegation reiste am Montag, dem 13. Juli 2026, an und führte noch am selben Tag um 16:00 Uhr im historischen Palais Wilson ihr erstes Gespräch mit Herrn Rory Mungoven, dem Leiter der Abteilung Asien-Pazifik beim Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR), sowie mit Frau Aida Martirous-Nejad.
Im Vorfeld des Treffens hatten die Teilnehmenden verschiedene Fragen vorbereitet, die sich schwerpunktmäßig auf Indien und China bezogen. Die Diskussion beschränkte sich jedoch nicht auf diese beiden Länder. Die Delegation sprach auch menschenrechtliche Fragen in anderen Teilen Asiens an, darunter die Studentenproteste des Jahres 2024 in Bangladesch sowie die Gewalt in Manipur (Indien).

2. Besuch bei der Ständigen Vertretung Deutschlands in Genf
Am zweiten Tag der Exkursion begann die Delegation den Tag um 9:15 Uhr mit einem Besuch bei der Ständigen Vertretung Deutschlands in Genf, wo sie mit Herrn Gunnar Berkemeier, Gesandter und Leiter des politischen Referats, zusammentraf. Im Verlauf des Gesprächs stellten die Delegationsmitglieder eine Vielzahl von Fragen zur deutschen Außenpolitik. Zu den Themen gehörten die Beziehungen Deutschlands zu China und Indien sowie die unterschiedlichen Strategien zur Pflege konstruktiver Beziehungen zu beiden Ländern, das Verhältnis zu Israel, die deutsche Haltung zu den Konflikten in Gaza und der Ukraine, Fragen der Abrüstung und Rüstungskontrolle sowie die Rolle Deutschlands im UN-Menschenrechtsrat.

3. Treffen mit Professor Miloon Kothari am Geneva Graduate Institute
Im Anschluss an den Besuch bei der Ständigen Vertretung Deutschlands begab sich die Delegation um 10:45 Uhr zum Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung, um dort mit Professor Miloon Kothari, einem unabhängigen Experten für Menschenrechte und Sozialpolitik, zusammenzutreffen.
Professor Kothari, der über umfassende Erfahrung mit den Menschenrechtsmechanismen und -standards der Vereinten Nationen verfügt, hielt einen aufschlussreichen Vortrag über die verschiedenen Gremien der Vereinten Nationen und die Rolle der Sonderberichterstatter. Unter Rückgriff auf seine berufliche Erfahrung berichtete er zudem über seine Amtszeit als erster UN-Sonderberichterstatter für angemessenen Wohnraum, in die er vom UN-Menschenrechtsrat berufen worden war. Seine persönlichen Ausführungen vermittelten den Delegationsmitgliedern wertvolle Einblicke in die praktische Arbeit des UN-Menschenrechtssystems.

4. Die Ständige Vertretung Indiens in Genf
Um 14:00 Uhr traf sich die Studentendelegation mit Vertretern der Ständigen Vertretung Indiens in Genf. Zunächst wurden sie von drei Mitarbeitern begrüßt, die erste Fragen der Delegierten entgegennahmen; nach kurzer Zeit schloss sich Botschafter Arindam Bagchi der Diskussion an und führte ein Gespräch mit den Delegierten, in dem diese ihre Fragen stellen konnten. Es wurden zahlreiche Themen erörtert, darunter die Beziehungen Indiens zu China – insbesondere im Hinblick auf Grenzstreitigkeiten, Export- und Importfragen sowie die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen. Neben den Beziehungen zwischen Indien und China kamen auch die Pressefreiheit in Indien sowie weitere menschenrechtliche Belange zur Sprache.

5. Treffen mit Frau Orsolya Toth, Referentin für Menschenrechte
Direkt im Anschluss an den Besuch bei der Ständigen Vertretung Indiens kehrte die Delegation in das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung zurück, um dort um 16:00 Uhr ihr letztes Treffen des Tages abzuhalten. Dort trafen die Delegationsmitglieder mit Frau Orsolya Toth zusammen, einer Referentin für Menschenrechte.
Frau Toth erläuterte die Verfahren, über die Opfer von Menschenrechtsverletzungen – oder deren Angehörige – ihre Anliegen vor die Vereinten Nationen bringen können. Zudem skizzierte sie die Aufgabenbereiche und das Tätigkeitsspektrum von Referenten für Menschenrechte innerhalb des UN-Systems. In der anschließenden Fragerunde erkundigten sich die Delegationsmitglieder nach den emotionalen Herausforderungen, die mit der Arbeit im Menschenrechtsbereich verbunden sind. Ausgehend von ihrer eigenen beruflichen Erfahrung beschrieb Frau Toth die Tätigkeit als emotional anspruchsvoll und bisweilen überwältigend. Sie wies zudem darauf hin, dass die Vereinten Nationen ihren in diesem Bereich tätigen Mitarbeitern psychologische Unterstützung anbieten, da sie sich der emotionalen Belastung bewusst sind, die eine solche Arbeit mit sich bringen kann.

6. Die Ständige Vertretung Pakistans in Genf
Am dritten Tag der Exkursion begannen die Delegierten ihren Tag um 9:15 Uhr bei der Ständigen Vertretung Pakistans in Genf. Sie wurden vom stellvertretenden Ständigen Vertreter Jawad Ali und dem Gesandten-Botschaftsrat Husham Ahmed mit einer kurzen Präsentation über Pakistan und die Aufgaben der Vertretung in Genf begrüßt. Diese betonten, dass globale Probleme nicht von einem einzelnen Land bewältigt werden könnten, daher seien multilaterale Gremien sowie der Schutz des Multilateralismus in einer Welt voller Herausforderungen von großer Bedeutung. Die Delegierten hatten Fragen zur Menschenrechtslage in Pakistan, zu den Beziehungen Pakistans zu China sowie zur Rolle Pakistans als Vermittler im Konflikt zwischen den USA und dem Iran vorbereitet. Die Diskussion bot wertvolle Einblicke in die außenpolitischen Prioritäten Pakistans und dessen Ansatz zur internationalen Zusammenarbeit.

7. Besuch bei der Ständigen Vertretung von Bangladesch in Genf
Um 11:00 Uhr besuchte die Delegation die Ständige Vertretung von Bangladesch in Genf, wo sie von Botschafterin Nahida Sobhan und mehreren Legationsräten empfangen wurde. Das Treffen begann mit einer Fragerunde, in der die Delegationsmitglieder verschiedene Themen mit der Botschafterin erörterten – darunter die bangladeschische Textilindustrie, Kinderarbeit, den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Flusssysteme des Landes sowie die von Studierenden angeführten Proteste, die 2024 in Bangladesch stattgefunden hatten.
Im Anschluss an das Gespräch hatten die Delegationsmitglieder die Ehre, ein hausgemachtes Mittagessen gemeinsam mit Botschafterin Sobhan einzunehmen. Das Menü war von der Botschafterin persönlich ausgewählt worden, was ihre herzliche Gastfreundschaft und Großzügigkeit unterstrich. Dieses denkwürdige Treffen bot Gelegenheit zu einem informellen Austausch sowie zur kulturellen Begegnung und bildete einen gelungenen und erfreulichen Abschluss der Exkursion.
