Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Neusprachliche Südasienstudien
SAI|Südasien-Institut

Urdu

Urdu kann wie auch das Hindi als literarische Variante des Hindustani bezeichnet werden, der lingua franca des nördlichen Subkontinents. Seit 1947 ist Urdu die Staatssprache Pakistans; die Mehrzahl der Urdu-Muttersprachler lebt aber in Indien. Geschrieben wird Urdu in der Nastaliq, einer persischen Variante der arabischen Schrift.

Urdu wird oft als Sprache der südasiatischen Muslime bezeichnet, doch das ist nur zum Teil zutreffend. Erst durch die politischen Entwicklungen des 19. und 20. Jhd. wird diese religiöse Konnotation dominant. Richtig ist: Nicht alle südasiatischen Muslime sprechen Urdu, und das Urdu derer, die es sprechen, unterscheidet sich oft kaum vom „Hindi“ ihrer Hindu-Nachbarn. Es stimmt aber auch, dass die Geschichte des Urdu mit den muslimischen Höfen, Sufi-Heiligtümern und muslimisch geprägten städtischen Kulturen verbunden ist. Urdu entstand etwa im 12. Jh. als Kontaktsprache zwischen dem Persisch und Türkisch muslimischer Hofstaaten und den nordindischen Lokalsprachen ihrer Umgebung. Bald wurde es zu einer wichtigen Literatursprache, die so berühmte Genres wie das Ghazal hervorbrachte. Seit dem 19. Jh. ist Urdu Medium einer anspruchsvollen modernen Literatur und daneben auch als Sprache der Bollywood-Filme bekannt.

Ein Urdu-Studium bietet:

  • Zugang zu einer der großen neueren Literatursprachen Südasiens für sprach- und literaturwissenschaftlich Interessierte

  • wie auch Hindi die Vorzüge, die eine Beherrschung der großen lingua franca des nördlichen Subkontinents mit sich bringt (insbesondere auch für Ethnologen, die diese in erster Linie zur mündlichen Kommunikationsfähigkeit benötigen)

  • Einblick in einen wichtigen Teil des religiösen Schrifttums im südasiatischen Islam (Sufismus, Reformislam usw.)

Seitenbearbeiter: jl
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