Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Studie über künstliche Gletscher von Marcus Nüsser et al. in Regional Environmental Change

Die international renommierte Zeitschrift Regional Environmental Change veröffentlichte kürzlich den Artikel „Socio-hydrology of „artificial glaciers“ in Ladakh, India: assessing adaptive strategies in a changing cryosphere“, welcher gemeinsam von Prof. Dr. Marcus Nüsser (Leiter der Abteilung Geographie des SAI), Dr. Juliane Dame (Heidelberg Center for the Environment, HCE), Benjamin Kraus, MA (HCE), Dr. Ravi Baghel und Dr. Susanne Schmidt  veröffentlicht wurde. In der Studie wird an Hand einer Langzeitanalyse die Effizienz von „künstlichen Gletschern“ in Ladakh untersucht und die Frage geklärt, ob diese Strukturen eine sinnvolle Strategie zur Anpassung an den Klimawandel darstellen. Eingebunden wird die Publikation in ein Special Issue „Impacts of climate change on the mountain cryosphere and associated response“ für den kommenden Bericht des IPCC. Der Artikel ist frei zugänglich und hier verfügbar.

Abstract

The consequences of even small glacier decrease and changes of seasonal snow cover are critical for the functioning of meltwater-dependent mountain agriculture. In order to deal with recurrent water scarcity, different types of ice reservoirs, commonly called “artificial glaciers,” have been introduced in Ladakh and promoted as appropriate adaptive strategies to cope with changes in the cryosphere. The resulting seasonal ice reservoirs increase meltwater availability during the critical period of water scarcity in spring. We examine the efficacy of 14 ice reservoirs through a long-term analysis of their functioning within the environmental and socioeconomic context of Ladakh. Using multi-temporal satellite data (1969–2017), close range photogrammetry, and repeat field measurements (2014 and 2015), we provide an inventory and typology of these ice reservoirs and estimate storage volume of one selected structure, which ranges from 1010 to 3220 m3 of water. We extrapolate this volume to all ice reservoirs and estimate potential irrigation cycles of cropped areas, which vary between less than 0.1 in unfavorable cases and almost 3 in optimal cases and years. Based on interviews and field surveys (2007–2017), we discuss the benefits perceived by local smallholders, such as the reduction of seasonal water scarcity and resulting crop failure risks together with the possibility of growing cash crops. We argue that “artificial glaciers” are remarkably suited to the physical environment. However, their usefulness as a climate change adaptation strategy is questionable because climatic variability, natural hazards, and an incomplete integration into the local socioeconomic setting significantly reduce their efficacy.


Akademische Feier zu Ehren von Prof. Dr. Gita Dharampal-Frick anlässlich ihrer Emeritierung am 06.07.2018

Die Abteilung Geschichte Südasiens sowie das Südasien-Institut lädt alle herzlich zur akademischen Feier anlässlich Prof. Dr. Gita Dharampal-Fricks Emeritierung am 6. Juli 2018 von 10 bis 17:00 Uhr im Heinrich-Zimmer-Lesesaal des Südasien-Instituts ein. Das Poster zur Veranstaltung erhalten Sie hier sowie das detaillierte Programm hier.

Dem festlichen Teil von 10 bis 12 Uhr mit der Würdigung Gita Dharampal-Fricks schließen sich von 13 bis 17:30 Uhr wissenschaftliche Kurzvorträge von ehemaligen Schüler*innen und Kolleg*innen Gita Dharampal-Fricks an. Abgerundet wird die Emeritierungsfeier mit einer literarischen Lesung (organisiert von der Abteilung Neusprachliche Südasienstudien) und dem traditionellen Sommerfest am Südasien-Institut (organisiert von der Fachschaft des SAI).

Gita Dharampal-Frick ist seit 2002 die Abteilungsleiterin der Geschichte Südasiens am Südasien-Institut und hat das Institut wie auch die Universität im Allgemeinen in dieser Zeit entscheidend mitgeprägt. Sie war Mitglied in zahlreichen akademischen und verwaltenden Gremien, nahm an interdisziplinären Forschungsprojekten teil, initiierte Deutsch-Indische Zusammenarbeit und ging mit Leib und Seele der Forschung und der Lehre nach. Ihr origineller und engagierter Lehrstil hat Gita Dharampal-Frick am SAI zu einem wahren Studierendenfavorit  werden lassen.

Gita Dharampal-Frick kann auf eine lange fruchtbare akademische Karriere zurückblicken, die ihre eigene transkulturelle Biographie widerspiegelt. Sie entstammt einer indisch-britischen Gandhianer-Familie und hat ihre Kindheit in Indien und England verbracht. Ausgebildet wurde Gita Dharampal-Frick in Manchester, SOAS (London) und Cambridge, bevor sie ihren Master (1977) und PhD (1980) in Indologie/Geschichte von der Université Sorbonne Nouvelle, Paris mit der Dissertation "La religion des Malabars. Tessier de Quéralay et la contribution des missionnaires européens à la naissance de l'indianisme" erhielt. Professor Dharampal-Frick habilitierte sich mit einer bahnbrechenden Studie über vormoderne deutsche Berichte über Indien (Indien im Spiegel deutscher Quellen der Frühen Neuzeit (1500–1750): Studien zu einer interkulturellen Konstellation) an der Universität Freiburg im Jahr 1992. Sie war Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, bevor sie zur Lehrstuhlinhaberin der Geschichte Südasiens an der Universität Heidelberg berufen wurde.

Während ihrer Zeit an der Universität Heidelberg war Gita Dharampal-Frick an innovativen, interdisziplinären Projekten wie dem Sonderforschungsbereich (SFB) 619 "Ritualdynamik." Soziokulturelle Prozesse in historischer und kulturvergleichender Perspektive (2005–2009) beteiligt, in dem sie das Teilprojekt A7 “ Ritualtransfer zwischen Südasien und dem Westen in historischer und religionswissenschaftlicher Perspektive ” leitete. Gita Dharampal-Frick war ebenfalls ein engagiertes Mitglied des Heidelberger Cluster of Excellence Asia and Europe in a Global Context: The Dynamics of Transculturality.

Gita Dharampal-Fricks Forschungsinteressen liegen im Bereich der politischen, ökonomischen, sozialen und (trans-)kulturellen Geschichte Südasiens (18.-20. Jh.), regionale und lokale historiographische Traditionen (mündliche und bildliche Geschichten), Modernisierungsprozesse und Widerstandsbewegungen in Indien nach der Unabhängigkeit sowie Südasien und der Verflechtungsgeschichte der maritimen Welt zwischen dem Indischen Ozean und dem Chinesischen Meer. Zur deutschsprachigen Geschichtswissenschaft über Südasien hat sie insbesondere durch ihre wegweisende Studie der interkulturellen Konstellationen in der vormodernen deutschen Wahrnehmung Indiens sowie durch ihre facettenreiche Analyse des Lebenswerkes und der Philosophie M.K. Gandhis unschätzbare Grundlagenarbeit geleistet.

 


CATS Schülerlabor - Ferienprogramm Asien

Diesen Sommer öffnet das Schülerlabor des Centrums für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (CATS) der Universität Heidelberg seine Workshops für Einzelanmeldungen. Religion, Film, Geographie und Kunst stehen im Mittelpunkt. Ab sofort können sich Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9/10 bzw. Jugendliche ab 15 Jahren für das Ferienprogramm Asien des CATS-Schülerlabors kostenlos anmelden. Geboten werden verschiedene Workshops zu Themen rund um die Länder und Region Asiens.

Die Anmeldung zum kostenlosen Ferienprogramm richten Sie bitte an
schuelerlabor@cats.uni-heidelberg.de

 

Workshop Termine

- Religion in Asien | Mo, 30. und Di, 31. Juli, jeweils 9–19 Uhr | Anmeldefrist: 2. Juli

- Filme sehen, China verstehen | Mi, 1. August, 9–15 Uhr | Anmeldefrist: 4. Juli

- Krieg und Film in Ostasien | Do, 2. August, 9–17 Uhr | Anmeldefrist: 5. Juli

- Wasser im Himalaya | Mo, 6. August, 9–14 Uhr | Anmeldefrist: 9. Juli

- Urbanisierung in China | Do, 9. August, 9–16 Uhr | Anmeldefrist: 12. Juli

- Kunst und Museen in China | Mi, 15. August, 9–16 Uhr | Anmeldefrist: 18. Juli

- 3000 Jahre Ostasiatische Schriftkunst | Mi, 22. August, 9–16 Uhr | Anmeldefrist: 25. Juli

 

Ausführliche Informationen zu den Workshops erhalten Sie hier.

Das Poster erhalten Sie hier.

Alle Informationen erhalten Sie auch auf www.cats.uni-heidelberg.de/schuelerlabor


Dr. Himanshu Jha: State Processes, Ideas, and Institutional Change

Dr. Himanshu Jha veröffentlichte kürzlich einen Artikel mit dem Titel "State Processes, Ideas, and Institutional Change: The Case of the Right to Information Act in India" in der neuesten Ausgabe der Pacific Affairs (Band 91, Nr. 2, Juni 2018). Anhand historischer Beweise präsentiert dieser Artikel eine Alternative zur vorherrschenden Erzählung über die Entwicklung des Rechts auf Information in Indien. Dr. Jha zeigt, dass Ideen zur Offenheit als Teil der Oppositionspolitik innerhalb des Staates nach der Unabhängigkeit im Jahr 1947 entstanden, allmählich und schrittweise Teil der Mainstream-Politik wurden und schließlich zum RTIA führten. Der Artikel kann hier abgerufen werden  https://pacificaffairs.ubc.ca/articles/state-processes-ideas-and-institutional-change-the-case-of-the-right-to-information-act-in-india/



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News aus vorigen Jahren

Vorträge und Veranstaltungen

Montag, 23.07.2018
Can Clientelism be democratized? A view from the Shops of Power in India
Zeit: 16:00 Uhr
Ort: 317, INF 330
Referent: Sarthak Bagchi, Leiden University, Institute for Area Studies
Veranstalter: Abteilung Politische Wissenschaft
Montag, 18.02.2019
Lived Sanskrit Cultures in Varanasi
Zeit: 09:00 Uhr
Ort: Benares, Indien, Im Neuenheimer Feld 330
Veranstalter: Abteilung Kultur und Religionsgeschichte Südasiens
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