Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Große Exkursion
Chile/ Argentinien 2011

"Naturraum und Entwicklungsprozesse"

Während ihrer Zeit als Lehrstuhlvertretung, organisierte PD Dr. Lasafam Iturrizaga in Zusammenarbeit mit Dipl.-Geogr. Thomas Lennartz eine große Exkursion nach Chile und Argentinien. Ein erster Schwerpunkt der Exkursion bildete die chilenische Metropole Santiago de Chile. Hier standen verschiedene stadt- und wirtschaftsgeographische Fragestellungen im Mittelpunkt. Besonderes Augenmerk galt der starken sozialen Segregation und der Bebauung von Gefahrenzonen.

Nach der Besichtigung der größten unterirdischen Kupfermine Chiles („El Teniente“) vor den Toren Santiagos, ging es dann in das südöstlich gelegene Maipo-Tal und den Naturpark „El Morado“ mit seinem gleichnamigen Gletscher. Während einer eintägigen Wanderung bis zum Gletschertor des Morado-Gletschers standen geomorphologische Fragestellungen und der periglaziale Formenschatz im Mittelpunkt. Außerdem wurden heiße Quellen besucht, die mit dazu beitragen, dass sich die Region zu einer beliebten Destination des Wochenendtourismus aus Santiago entwickelt hat.

Anschließend führte die Exkursion zum Pazifischen Ozean. In der dicht besiedelten Hafenstadt Valparaíso lagen die Fischereiindustrie Chiles und Präventionsmaßnahmen gegen Tsunamis und Hangrutschungen im Zentrum des Interesses. Außerdem wurden im nahegelegenen Concón Prozesse der Dünenbildung diskutiert. Danach ging es den Pazifik entlang in Richtung Norden. Über das Valle des Encanto mit seinen frühgeschichtlichen Felszeichnungen und die Reliktnebelwälder des Nationalparks „Fray Jorge“ gelangte die Exkursionsgruppe nach La Serena im sogenannten „Kleinen Norden“ Chiles. Die dortigen Strandterrassen boten die Möglichkeit, küstenmorphologische Fragestellungen zu erörtern.

Durch das Weinanbaugebiet im Valle del Elqui ging es dann hoch hinauf zum Pass von Agua Negra (4780 m). Dieser Pass bildet den höchstgelegenen Grenzübergang zwischen Chile und Argentinien und bot die Möglichkeit nivale Formen wie den sogenannten „Büßerschnee“ aus nächster Nähe zu betrachten. Den Abschluss und Höhepunkt der Exkursion bildete die anschließende dreitägige Bergwanderung am Cerro Aconcagua, dem höchsten Berg der Anden (6962 m). Entlang des Horcones-Gletschers stieg die Exkursionsgruppe bis knapp unterhalb der Plaza Francia (4.263 m) auf. Von hier aus hatte man trotz widriger Witterungsverhältnisse die imposante Südwand des Berges im Blick.