Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Studium

Vorlesung

Hochgebirge der Erde

Dozenten: Marcus Nüsser

Inhalt:Hochgebirgsräume sind durch eine dreidimensionale Anordnung der klimatischen Bedingungen, Vegetationsausstattung und Landnutzung gekennzeichnet. Aufgrund ihrer physischen Erscheinung und Dynamik werden die generell durch hohe Reliefenergie und charakteristische geomorphologische Prozesse geprägten Gebirge in vielfältiger Weise von den Auswirkungen des globalen Umweltwandels geprägt. Daher bilden naturräumlich-ökologische Veränderungen aktuelle Forschungsschwerpunkte. Neben Gletscherrückgang und Wasserhaushalt werden Themen wie Landschaftsdegradation, Biodiversitätsverlust, aber auch Urbanisierungsprozesse in der Vorlesung angesprochen. Insbesondere durch ihre Bedeutung als Wasserspeicher finden die Hochgebirge der Erde als Landschaftstypen globale Beachtung. Darüber hinaus belegen vielfältige Naturkatastrophen aufgrund von Starkregen, gravitativen Massenbewegungen, Gletscherseeausbrüchen und Erdbeben den Charakter von Hochgebirgen als Risikoräume. Nach Schätzungen bilden Gebirgsräume den Lebensraum für etwa 10 % der Weltbevölkerung. Mehr als ein Drittel aller Menschen nutzen diese Gebiete in direkter oder indirekter Weise als Ressourcenräume und/oder werden durch Umweltereignisse bedroht, die ihren Ursprung in Gebirgsräumen haben. Auch stellen Gebirgsregionen in vielen Teilen der Erde Konflikträume dar. Im Zentrum der Vorlesung stehen Hochgebirge in den Ländern des Südens, in denen die agrarische Nutzung bis heute einen wesentlichen Beitrag zur Existenzsicherung der lokalen Bevölkerung darstellt, werden. Die fortschreitende Degradation der natürlichen Ressourcen, der Ausbau der Hydro-Energieproduktion, die massive infrastrukturelle Erschließung, und der im Gebirge wirksame sozio-ökonomische Wandel bilden Probleme, die vor allem am Beispiel ausgewählter tropischer und subtropischer Hochgebirgsräume behandelt werden. Neben den Hochgebirgen Südasiens (Himalaya, Karakorum, Hindukusch) werden auch die südamerikanischen Anden und die Gebirgsräume Afrikas als Beispiele herangezogen. Ausgehend von der Forschungsgeschichte einer Vergleichenden Hochgebirgsforschung werden dabei immer auch spezifische Entwicklungen in den europäischen Alpen reflektiert.