Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Studium

Proseminar

Agrargeographie Südasiens

Dozent: Julia Poerting

Inhalt:
Aufgrund der tiefgreifenden Eingriffe in den globalen Stoffhaushalt durch den Menschen wird das gegenwärtige geologische Zeitalter als Anthropozän bezeichnet. Das Konzept der „planetarischen Grenzen“ definiert neun ökologische Grenzen, innerhalb derer die Menschheit sicher weiter bestehen und sich entwickeln kann, wovon drei jedoch schon überschritten sind: Klimawandel, Verlust der Biodiversität und Stickstoffeintrag in die Biosphäre. Innerhalb dieser Debatten um prekäre globale ökologische Krisen nimmt die Landwirtschaft eine zentrale Rolle ein, sowohl im Kontext von nachhaltiger Entwicklung und der Stabilität von Ökosystemen als auch im Kontext globaler Lieferketten von Lebensmitteln und dem weiteren politischen Kontext von land grabs. Im Seminar werden daher zentrale theoretische und methodische Ansätze einer (neuen) Agrargeographie diskutiert. Der erste Teil des Seminars behandelt zentrale theoretische Konzepte (Politische Ökologie, Science and Technology Studies, Humanökologie und Umweltgerechtigkeit, Entwicklungsökonomie) und grundlegende theoretische Probleme (Natur-Kultur-Dualismus). Im zweiten Teil geht es um methodische Ansätze in der Agrargeographie. Im dritten Teil werden die Implikationen von Projekten mit Landwirtschaftsbezug in der Entwicklungszusammenarbeit diskutiert und anhand von Fallbeispielen aus Südasien verschiedene Aspekte empirisch untersucht.