Ruprecht-Karls-Universität
Heidelberg

Studium

Seminar

Agrargeographie - Alter Wein in neuen Schläuchen?

Dozent: Susanne Schmidt
Zeit: Dienstag 9 -11 Uhr
Raum: SAI R317

Anmeldung und Vorbesprechung:
Di, 24.07.2012, 15 Uhr, SAI, Raum 105

Inhalt:
Als traditionelle Teildisziplin der Geographie hat die Agrargeographie nach einer langen Phase der Vernachlässigung in jüngster Zeit zunehmende Bedeutung erfahren. Die Hintergrüünde dafür sind unterschiedlicher Art und reichen von den abrupten Preisanstiegen für Nahrungsmittel und daraus erwachenden Krisen im Jahr 2008 über die Kontroverse um die Einführung transgener Pflanzen, die Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsproduktion und Biotreibstoffen, die Diskussion um das Land Grabbing durch transnationale Konzerne und die zunehmende Nachfrage nach biologisch produzierten Agrarerzeugnissen. Diesen Entwicklungen ist die Wiederentdeckung des ländlichen Raums und den dort stattfindenden Entwicklungsprozessen, sowohl in den Ländern des Globalen Südens und Nordens gemeinsam. Wurde die landwirtschaftliche Produktion in der klassischen Agrargeographie maßgeblich in Abhängigkeit von den physisch geographischen Gegebenheiten (Klima, Böden) und der Entfernung der landwirtschaftlichen Produktionsstandorte zum Verbraucher interpretiert, so kann man heute eine weitreichende Entkopplung dieser Abhängigkeiten ausmachen. Die zunehmende Desintegration der landwirtschaftlichen Produktion im Zuge von Agrarinnovationen, Lagerungs- und Transportmöglichkeiten können hier beispielhaft angeführt werden. Auch wenn das Tragfähigkeitsproblem der Agrarproduktion seit Malthus bis heute ein zentrales Feld darstellt, steht die Entwicklung im ländlichen Raum neuen Herausforderungen gegenüber. Ziel des Seminars ist diese Entwicklungen aufzuzeigen und zu diskutieren.

Das Seminar kann mit der Übung für Fernerkundung gekoppelt werden.

Modul: Angewandte Humangeographie, Fachinhalte Humangeographie
Veranstaltungsart: Hauptseminar
Wichtiges: Das Seminar findet teilweise geblockt statt