Ruprecht-Karls-Universität
Heidelberg

Studium

Hauptseminar - "Der Zustand der Welt": Kolonialismus und Postkolonialismus in der Geographischen Entwicklungsforschung

Dozent: Marcus Nüsser
Zeit: Dienstag 14-16 Uhr
Raum: SAI R316
Modul: M.A. Geographie: FG01; M.A. Südasienstudien: GEO (SPM, EGM)

Inhalt:
Versuche zur Erklärung des „Zustandes der Welt“ bilden ein Kernproblem der Geographischen Entwicklungsforschung. Zum Verständnis aktueller Entwicklungsprozesse in den Ländern des Südens ist die Berücksichtigung der historischen Dimension unerlässlich. Dies betrifft sowohl den Bereich der ökonomischen Austauschprozesse als auch die vielfältigen Formen politischer und kultureller Dominanz. Der Kernbegriff Kolonialismus umfasst die territoriale Expansion von Kolonialmächten durch militärische, wirtschaftliche und/oder politische Kontrolle der kolonisierten Bevölkerung einschließlich der Exploitation biologischer, mineralischer und agrarischer Ressourcen. Der im Seminar betrachtete Zeitrahmen reicht von den Anfängen der europäischen Expansion in Afrika, Asien und Lateinamerika („Europäisierung der Erde“) über die Phase der Dekolonisation (Entlassung ehemaliger Kolonien in die Unabhängigkeit und antikoloniale Befreiungskämpfe) bis zu den heutigen post- und neokolonialen Entwicklungen. Aus geographischer Sicht sind die durch den Kolonialismus erzeugten (deformierten) Raum-, Wirtschafts- und Sozialstrukturen von Interesse, da sie bis heute Ursachen für vielfältige Entwicklungsprobleme und territoriale Konflikte darstellen.