Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Referate, Hausarbeiten und Rezensionen

Einleitung

In vielen Seminaren und Proseminaren gilt es, Referate zu halten und am Ende eine Hausarbeit abzuliefern. Diese Anleitung soll dabei helfen.
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Referate

Der Sinn eines Referates ist es, den übrigen Seminarteilnehmern die Ergebnisse der eigenen Arbeit zu vermitteln. Das Referat trainiert also die Fähigkeit des Studierenden, komplizierte Sachverhalte für andere verständlich darzustellen. Außerdem ist die Arbeit für das Referat häufig als Vorarbeit für die zu erstellende Hausarbeit angelegt. Die in der Diskussion von anderen Studierenden und vom Dozierenden vorgebrachten Kritikpunkte können helfen, auf Fehler und Lücken in der eigenen Argumentationsführung aufmerksam zu machen. Hier finden Sie Tipps zur Vorbereitung und zum Vortrag des Referates, Anmerkungen zur Erstellung des Thesenblatts und eine Warnung vor den Dingen, die man bei einem Referat besser nicht tun sollte.

a. Die Vorbereitung des Referats

  * spätestens 3-4 Wochen vor dem Referatstermin: Exzerpte aus der zu bearbeiteten Literatur erstellen. Dabei nicht vergessen, die Seitenzahlen der exzerpierten Literatur UNBEDINGT mitzunotieren!

  * 2-3 Wochen vor dem Referatstermin: Aus den Exzerpten eigene Gedanken und Thesen und eine Argumentationsstruktur erarbeiten. Mit dieser noch einmal den Dozierenden kontaktieren.

  * 1 Woche vor dem Referatstermin: Das vorzutragende Material auf die vom Dozierenden gewünschte zeitliche Länge bringen. Es ist sinnvoll, eine "Generalprobe" mit Stoppuhr oder Wecker zu halten, evtl. vor einem Spiegel, um die eigene Gestik zu beobachten. Das hilft bei der Zeiteinteilung und gibt Selbstvertrauen.

b. Der Vortrag des Referats

Ob man frei vorträgt, abliest oder sich mit einem Stichwortgerüst behilft: es ist sehr wichtig, den Vortrag lebhaft (vielleicht durch Zuhilfenahme von Folien, Illustrationen, Zitaten) zu gestalten und die Zuhörer (und zwar nicht nur den Dozierenden) immer wieder anzuschauen und evtl. in die Argumentation mit einzubeziehen.

 

  * Zunächst sollte man den Referattitel nennen und die Thematik des Referats im Zusammenhang des Seminars und anderer Referate eingliedern. Außerdem sollte man den Aufbau des Referates angeben und eine Fragestellung oder Arbeitshypothese, die man im Referat darlegen will, formulieren (evtl. mit Hilfe des Thesenblatts).

  * Es empfiehlt sich, den Zuhörern zu erläutern, welche Literatur zum Verfassen des Referats benutzt worden ist. Wenn aus der benutzten Literatur zitiert wird, sollte das aus einer kritischen Perspektive getan werden. Es sollte deutlich werden, daß man hier nicht seine eigene Meinung, sondern die eines anderen wiedergibt, und was man davon hält.

  * Im Verlauf des Referates sollte dem Zuhörer immer wieder deutlich gemacht werden, inwiefern ein genanntes Detail mit der formulierten Fragestellung in Zusammenhang zu setzen ist und wo innerhalb der Referatsstruktur sich der Referent gerade befindet.

  * Am Ende des Referats sollte eine knappe Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse stehen. Hier kann der Referent evtl. auch Fragen für die anschließende Diskussion formulieren, die sich aus seinem Referat ergeben.

c. Wovor man sich hüten sollte: Häufige Fehler

Irgendwann muß jeder sein erstes Referat halten. Das geht nicht ohne Aufregung ab. Hier einige Hinweise darauf, wie man trotz Lampenfieber und Angst vor Dozierendem und KommilitonInnen ein gutes Referat halten kann:

 

  * Reden Sie deutlich und nicht zu schnell!

  * Nehmen Sie sich nicht zu viel vor. Wenn es bei der Generalprobe knapp mit der Zeit war, lassen Sie lieber einen Punkt weg, weniger ist oft mehr!

  * Überfrachten Sie Ihren Beitrag nicht mit Namen, Daten und Detailinformationen. Das bringt Sie selbst in Panik, wenn Sie das Gefühl haben, etwas zu vergessen. Vor allem aber gehen sonst Ihre Kernaussagen in einer Flut von Kleinigkeiten unter.

  * Überlegen Sie sich vorher genau, ob das, was Sie vortragen, für jemanden, der in das Thema nicht so gut eingearbeitet ist wie Sie selbst, verständlich ist. Versuchen Sie, Ihren Vortrag so klar wie möglich zu strukturieren, so daß nicht nur Sie, sondern auch ein unbedarfter Hörer wirklich "durchsteigen" kann.

  * Hüten Sie sich davor, einfach unkritisch zu reproduzieren, was Sie in der Sekundärliteratur gelesen haben!

  * Versuchen Sie, mit Ihrer eigenen Meinung nicht hinter dem Berg zu halten: wenn Sie zeigen, daß Sie ein bestimmtes Thema oder eine bestimmte Darstellungsweise besonders fasziniert oder geärgert hat und erklären warum, binden Sie auch Ihre Hörer mit in das Geschehen ein: dann gähnt keiner mehr!

d. Das Thesenblatt--kein Muß!

Ein Thesenblatt kann für den Zuhörer das Verständnis des Vortrags erleichtern. Es sollte also leiten, nicht aber ablenken. Es sollte die wichtigsten Argumente und die Struktur des Referats (Unterüberschriften) in Stichworten enthalten. Ein weiterer nützlicher Nebeneffekt eines Thesenblattes ist, daß es als Gedächtnisstütze zur Nachbereitung eines Seminars dienen kann. Es sollte deswegen auch unbedingt die benutzte Literatur enthalten. Je nach Themenstellung kann das Thesenpapier außerdem der Erläuterung schwieriger Begriffe oder der Angabe von Zeichen dienen. Es kann auch längere Zitate enthalten, die im Verlauf des Referates diskutiert werden. Das Thesenblatt sollte aber nie länger als 1 Seite sein und Titel der Veranstaltung, Datum sowie Verfasser nennen.

e. PowerPoint

Es empfiehlt sich unter Umständen, den Vortrag mit PowerPoint o.ä. zu unterlegen. Dabei gilt es das Folgende zu beachten:

* Gestalten Sie die Präsentation schlicht.

* Überlegen Sie jedes Mal, ob das Bild wirklich einen zusätzlichen und nicht nur illustrativen Wert hat.

* Bitte überfrachten Sie Ihren Vortrag nicht mit Bildern.

* Zeigen Sie keine Texte, die nicht auch vorgelesen und erläutert werden.

* Reden Sie nicht zu den Bildern, sondern zum Publikum.

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Hausarbeiten erstellen

"If you steal from one person,

it is called Plagiarism,

but if you steal from more than one,

it is called Research"

(Woodie Guthrie)

 

Das korrekte Abfassen wissenschaftlicher Arbeiten stellt eines der zentralen Lernziele des gesamten Studiums dar. Gerade im Kontext eines (Pro-)Seminars wird deswegen auch besonderes Gewicht auf formale Kriterien gelegt. Es ist ratsam, diese Arbeiten zu nutzen, um sich mit dieser Seite des wissenschaftlichen Arbeitens vertraut zu machen. Rein formal gesehen macht es keinen Unterschied, ob man eine Proseminararbeit, eine Magisterarbeit oder eine Habilitationsschrift schreibt. Hier finden Sie nach einigen allgemeinen Bemerkungen Informationen zur formalen Gestaltung und zum Aufbau einer Hausarbeit sowie eine Warnung vor häufigen Fehlerquellen.

a. Allgemeines

  * Hausarbeiten widmen sich einer genau definierten Fragestellung; sie versuchen, ein wissenschaftliches Problem anschaulich darzustellen, wichtige Lösungsvorschläge nachzuzeichnen und die eigene Ansicht des Verfassers plausibel zu begründen.

  * Wichtigstes Gebot einer Seminararbeit ist neben sachlicher Richtigkeit ihre Verständlichkeit für den Leser. Bei der Abfassung sollte man sich also stets die Fragen stellen: Sind für den Leser die Gedankenverbindungen klar? Folgen die Argumente klar und zwingend auseinander und führen sie den Leser auf dem besten und kürzesten Weg zur angestrebten Lösung?

  * Bei der Ausarbeitung ist auf eine möglichst klare und knappe Formulierung zu achten. Keinesfalls sollte versucht werden, durch verschrobene Sprache den Eindruck von Gedankentiefe und Gelehrsamkeit zu erzielen. (Pro-)Seminararbeiten sollen den Umfang von 15-20 Seiten im Allgemeinen nicht überschreiten.

  * Eines der wichtigsten (und oft mißachteten) Gebote wissenschaftlichen Arbeitens ist das genaue Kennzeichnen von Gedanken oder Formulierungen, die man von anderen übernimmt, d.h. es sind nicht nur wörtliche Zitate mit Anführungszeichen zu versehen, sondern es ist auch unmißverständlich kenntlich zu machen, wo sich der Verfasser auf Gedanken anderer (auch aus dem Internet!) stützt. Die Aufnahme eines Werkes in das Literaturverzeichnis berechtigt keinesfalls dazu, seinen Inhalt wie eigene Entdeckungen vorzutragen. Eine Mißachtung dieser Regel bezeichnet man als Plagiat; sie verstößt nicht nur gegen wissenschaftliches Ethos, sondern kann auch rechtliche Konsequenzen bis zur nachträglichen Aberkennung von Leistungen haben.

  * Während der Text der Arbeit die eigentliche Darstellung enthält, werden Verweise und kürzere Nebenbemerkungen besser in die Anmerkungen gestellt. Die Anmerkungen sollen jedoch nicht zu einer Ansammlung von sonst nicht verwertbarem Material werden; allzu lange und allzu viele Anmerkungen reißen den Leser immer wieder aus dem Gedankenzusammenhang und erschweren so das Verständnis der Arbeit unnötig.

  * Es ist unbedingt notwendig, sich vor dem Versuch, die gestellten Probleme zu lösen, die Frage nach dem methodisch richtigen Weg zu stellen. Je nach der Wichtigkeit, die solche methodologischen Vorüberlegungen für den weiteren Fortgang der Untersuchung haben, kann es auch sinnvoll sein, sie zu Beginn der Arbeit dem Leser kurz vorzustellen; keinesfalls sollten jedoch diese hinführenden Gedanken die eigentliche Analyse überwuchern.

b. Formalia

  * Die Arbeit wird in Maschinen- oder Computerschrift mit Zeilenabstand 1,5 auf einseitig beschriebenem DIN A 4 Papier abgegeben; an einer Seite sollte ein genügend breiter Rand (etwa 4 cm) gelassen werden. Die Seiten sind fortlaufend zu numerieren (Titelseite = S. 1). Die fertige Arbeit ist mit einem Umschlag und einer Titelseite zu versehen. Eine saubere typographische Gestaltung der Arbeit ist für den Leser erfreulich, jedoch sollte nicht versucht werden, inhaltliche Mängel durch eine besonders kunstvolle Darbietung zu überspielen.

  * Auf die Titelseite folgt zunächst das Inhaltsverzeichnis (mit Seitenangaben); darauf das Literaturverzeichnis (kann auch am Schluß der Arbeit stehen). In dieses sind a l l e zitierten Werke aufzunehmen. Es gibt kein zwingend vorgeschriebenes System der bibliographischen Aufnahme; das wichtigste Gebot ist, dem einmal gewählten konsequent zu folgen. Einige feste Regeln lassen sich jedoch aufstellen:

      1. Bei modernen Verfassern ist möglichst auch der volle Vorname anzugeben.

      2. Außer dem (der Titelseite entnommenen) vollen Titel ist auch das Erscheinungsjahr, die Auflage und der Erscheinungsort (bei mehreren genügt Angabe des ersten Ortes) aufzunehmen; erschien ein Buch in einer Reihe, so ist diese mit Bandnummer anzugeben.

      3. Bei Zeitschriftenaufsätzen ist Band- und Jahreszahl (beides in arabischen Ziffern) der Zeitschrift anzugeben; bei Aufsätzen aus Sammelwerken Titel, Herausgeber, Erscheinungsort und -jahr des Buches. In beiden Fällen müssen die genauen Seitenangaben des Aufsatzes angegeben werden.

      4. Werden Werke nach einem Nachdruck oder einer Übersetzung zitiert, so muß unbedingt das Jahr der ursprünglichen Publikation aufgenommen werden; Angabe des benutzten Nachdrucks ist wünschenswert.

      5. Am Schluß der Angaben zu einem Werk steht wie am Ende eines Satzes ein Punkt.

      Viele große Zeitschriften haben ihr eigenes Zitiersystem, bei dem man sich Anregungen für die Seminararbeit holen kann. Hier folgt ein Vorschlag für die Zitierweise von Büchern und Aufsätzen:

      bei unabhängiger Publikation:

      AUTORNAME Vorname Titel der Publikation, Erscheinungsort, Datum.

      bei Reihen:

      AUTORNAME Vorname Titel der Publikation (Name der Reihe), Erscheinungsort, Datum.

      bei Aufsätzen aus Sammelbänden:

      AUTORNAME Vorname "Titel des Aufsatzes" in: Titel des Sammelbandes (NAME Vorname des Herausgebers, Hrsg.), Erscheinungsort, Datum, Seitenangabe des Aufsatzes.

      bei Aufsätzen aus Zeitschriften:

      AUTORNAME Vorname "Titel des Aufsatzes" in: Titel der Zeitschrift Datum.Bandnummer:Seitenzahl des Aufsatzes. Anmerkungen werden fortlaufend numeriert; sie befinden sich entweder als Fußnoten am Ende der jeweiligen Seite oder als Endnoten am Ende der Arbeit. Anmerkungen sind vollständige Sätze, sie beginnen mit einem Großbuchstaben und enden mit einem Punkt.

 * * In Text und Fußnoten können die in das Literaturverzeichnis aufgenommenen Werke abgekürzt zitiert werden, also (falls möglich) mit Autorenname und/oder Kurztitel sowie der textüblichen Nummerierung bzw. Seitenzahl. Zitate müssen dem originalen Wortlaut genau entsprechen (auch in Orthographie und Interpunktion), sollten aber auf das für den Argumentationszusammenhang nötige Maß gekürzt und in die syntaktische Struktur des Textes eingepaßt werden. Bei zitierten Übersetzungen muß der Übersetzer genannt werden. In Zitaten aus Originaltexten ist es mitunter nötig, notwendige Veränderungen, Ergänzungen o.ä. sind durch e Klammern zu kennzeichnen. Dabei werden Ergänzungen und Auslassungen durch […], Erläuterungen durch (…) markiert. Enthält ein Zitat sachliche oder graphische Fehler, so sind diese durch [sic!] zu kennzeichnen. Im Original kursiv gesetzte Wörter sind gleichzubehandeln, gesperrte Passagen sind auch im Zitat zu sperren. Wenn der Verfasser der Seminararbeit zur Betonung selbst Worte des Zitates hervorhebt, so ist dies zu kennzeichnen, etwa durch [von mir gesperrt] o.ä.

 

 

 

Muster einer Titelseite

 

 

 

 

 

 

Universität Heidelberg

Südasien-Institut

Abteilung Indologie I (Kultur- und Religionsgeschichte Südasiens)

 

SS 2007

 

 

 

Prof. Dr. Otto Besserwisser

 

Proseminar „Indische Märchen“

 

 

 

 

 

 

 

Hausarbeit:

 

„Hase und Elefant im Pañcatantra“

 

 

am 15.9.2007

 

vorgelegt von:

 

Martina Muster

Fauler Pelz 24

69120 Heidelberg

Tel. 06221/456789

email: mmuster@urz.uni-heidelberg.de

 

7. Semester Indologie I

5. Semester Ethnologie

c. Aufbau der Arbeit

Die klassische Untergliederung in Einleitung, Hauptteil und Schluß gilt auch für das Verfassen einer Hausarbeit.

 

  * Die Einleitung soll in einer knappen, präzisen Form vermitteln, was der Leser von der Hausarbeit zu erwarten hat. Dazu gehört eine Einordnung des Themas der Arbeit in einen grösseren Gesamtzusammenhang (geographischer, inhaltlicher, zeitlicher Rahmen, Quellen-/Forschungslage) und eine Begründung für die Beschäftigung mit dem Thema sowie die sich daraus ergebende Formulierung einer These oder Fragestellung für die Arbeit. Die Einleitung soll außerdem aufzeigen, wie die Arbeit strukturell gegliedert ist, d.h. auf welchem Weg sie die These zu belegen oder die Fragestellung anzugehen vorhat.

  * Der Hauptteil dient der "Beweisführung" für die in der Einleitung formulierte These oder Fragestellung anhand von Analysen oder Quellenstudien. Er ist nach der in der Einleitung vorgegebenen Gliederung aufzubauen.

  * Der Schluss faßt die Ergebnisse des Hauptteils zusammen und bringt sie erneut mit der in der Einleitung formulierten Fragestellung/These in Verbindung.  Er kann Ausblick geben auf in der Arbeit noch nicht behandelte Fragestellungen, die sich aus der behandelten Thematik ergeben.

d. Wovor man sich hüten sollte: Häufige Fehler

Auch Hausarbeiten schreiben sich nicht mühelos und von alleine. Hier eine kleine Warnung vor den Fehlern, die immer wieder in diesen Arbeiten auftauchen:

 

  * Eine Hausarbeit, im Gegensatz zu der nun folgenden Liste, ist ein organisches Konstrukt, in dem ein Teil in den nächsten durch logische Verbindungsglieder übergehen soll. Ganz wichtig ist es deshalb die richtige Nutzung von Absätzen: Absätze sind NICHT Elemente zur Verschönerung der Arbeit, sondern dienen der Gliederung Ihres Dokuments in Kleinteile. Sie müssen sauber argumentiert werden. Sie können in der Regel nicht nur einen Satz enthalten, sondern bestehen mindestens aus einem Themasatz, einer argumentierenden Ausführung und einem Überleitungssatz zum nächsten Absatz. Alles, was zu A zu sagen ist, kommt also in einen Absatz, den ich mit einem Themasatz einleite und dann diskutiere. Hat A etwas mit B zu tun, dann leite ich von A über nach B am Ende des Absatzes. Sie müssen unbedingt auf die logische Verknüpfung zwischen den einzelnen Absätzen (wie auch zwischen den Sätzen innerhalb eines Absatzes) achten. Fragen Sie sich immer selbst “Ist das wirklich das Resultat des Vorangegangenen? Oder widerspricht es dem Vorangegangenen?" etc.

  * Richtige Absätze zu schreiben bedeutet auch, nicht einfach Zitate aneinanderzureihen. Eine Hausarbeit ist nicht eine Zitatsammlung, auch nicht, wenn sie sich zunächst daran gibt, bestimmte Begriffe zu definieren. Zitate dürfen NIE einfach unverbunden nebeneinander stehen: Ein Satz wie “Hierzu einige Zitate" ist in einer Hausarbeit strikt verboten. Sie dürfen es NIE dem Leser überlassen, überlegen zu müssen, in welchen Zusammenhang er diese Zitate bringt. Es ist Ihre Aufgabe, den Leser durch die von Ihnen erarbeiteten Quellen zu leiten. Zitate sollten also spärlich verwendet werden und mit einer kurzen Phrase, die den Stellenwert und Sinn und Zweck des Zitates für ihren Zusammenhang kurz erklärt, eingeführt werden. Sie sollten nur dann zitieren, wenn Sie auch Folgerungen aus dem Zitat ziehen wollen.

  * Es hilft, sich den Leser einer solchen Arbeit immer als einen besonderen Dummkopf vorzustellen, dem man alles dreimal erklären und jeden Gedankengang vormachen muß, um zu überzeugen. Vermeiden Sie deswegen vor allem, zu abstrakt zu werden und gehen Sie Ausdrücken wie “bestimmter" “gewisser" aus dem Weg: solche Ausdrücke bleiben vollkommen unbestimmt, ungewiß und leer, wenn Sie nicht genau erklären, was Sie nun eigentlich damit meinen! Vermeiden Sie auch Stränge, die in die Irre führen: Sie dürfen den Leser nicht verwirren, blinde Motive gehören nur in die Gefilde der schönen Literatur.

  * In einer wissenschaftlichen Arbeit sollte man versuchen, die persönliche Meinung (die natürlich der Kern Ihrer Argumentation ist) so neutral zu formulieren, daß dem Leser gar nicht auffällt, daß es Ihre Meinung ist. Sie sollen den Leser überzeugen nicht aufgrund Ihrer Person, die durch den Text auf jeden Fall hindurchscheint, sondern durch Ihre Argumentation.

  * Eine nicht nur subjektive Sache ist die Sprache, in der eine solche Arbeit verfaßt ist: Versuchen Sie, sich eine möglichst natürliche Schreibe anzueignen, ohne allzulange Schachtelsätze, aber auch nicht zu umgangssprachlich. Es hilft, sich die Arbeit immer wieder laut vorzulesen, da hört man schnell, was umwerfend gestelzt oder komisch klingt. Vermeiden Sie vor allem den “Geschichtenerzähler-Modus. Phrasen wie “alles fing damit an", "schon immer", "doch davon später", "schon seit jeher", "man sagt", "einst sagte er" gehören normalerweise nicht in eine wissenschaftliche Arbeit. Prüfen Sie Ihre Metaphern, passen die wirklich, sind sie richtig ausgedrückt? Prüfen sie grammatische Konstruktionen, sind Subjekt und Prädikat vorhanden und beide im Singular oder Plural, wie steht es um Tempuskonstruktionen, Kommata? Prüfen Sie jedes "dies", "jenes", "das": gibt es ein Bezugswort, das Sie wirklich vorher genannt haben? Prüfen Sie Ihre Übergänge, von Satz zu Satz, von Absatz zu Absatz: Ist der eine Satz wirklich die logische Folge des anderen? In welchem Verhältnis stehen sie zueinander und stimmt demnach das verbindende Wort? Fehlen Konjunktionen, oder sind zu viele Füllwörter vorhanden?

  * Entscheiden Sie sich rechtzeitig für ein System zur Umschrift indischer Sprachen mit diakritischen Zeichen, installieren Sie es auf Ihrem Computer und benutzen Sie es durchgängig. Die MitarbeiterInnen der Abteilung helfen Ihnen gerne bei der Auswahl.

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Rezensionen

Wie schreibe ich eine Rezension? – Ein Leitfaden

Strukturelemente Mögliche Leitfragen Vorgehen

1. Inhaltsangabe

Was ist das Thema des Buchs? Was sind die Thesen des Autors?

Kurz zusammenfassen, abstrahieren

2. Innere Kritik

Zielgruppe?

Wird der Autor seinen selbstgesteckten Zielen gerecht?

Sind die Argumente sinnvoll, nachvollziehbar, überzeugend?

Wie geht der Autor methodisch vor?

(Feldforschung, Quellenarbeit, Theorie...)

Was für Quellen werden verwendet? Warum?

Sind die Quellen sinnvoll gewählt?

Hätte man auch noch andere Quellen hinzuziehen können?

Inwiefern sind die Quellen und ihre Auswertung der Argumentation dienlich?

 

Gibt es inhaltliche Fehler?

Formales: Wird „sauber“ zitiert?

- Vorhandensein und Qualität von Glossar, Indizes, Bilder, Karten, Graphiken, Bibliographie...

- Wie werden diese Elemente miteinander in Verbindung gebracht? Wie relevant sind diese Elemente für den Kontext.

- Sprache, Stil

- Aufbau

-

Kritisch analysieren

3. Äußere Kritik

Was wurde bereits zu diesem Thema/Themenbereich veröffentlicht? Wie setzt sich das Buch ab/Was bringt es Neues im Vergleich mit anderen Veröffentlichungen zum Thema?

Was ist der Kontext, in dem die Buchveröffentlichung steht?

Wann wurde das Buch veröffentlicht? Wieso wurde das Buch veröffentlicht?

In was für einem theoretischen Umfeld befindet es sich?

Wie beeinflussen diese Faktoren die wissenschaftliche Argumentation?

Inwiefern ist das Gesagte neu / relevant?

Kontextualisieren: Einordnung in den Forschungsstand, Einordnugn in das sozio-historische Umfeld

4. Fazit

Leseempfehlung

Länge: ca. 3-5 Seiten für Buchrezensionen

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(Diese Anleitung beruht auf dem Ratgeber von Prof. Barbara Mittler und Lena Henningsen: siehe http://sun.sino.uni-heidelberg.de/staff/mittler/referat.htm; er wurde leicht geändert und den indologischen Anforderungen angepaßt.)

Weitere Hinweise

Im Internet und Buchhandel finden sich zahlreiche Wegweiser für die A bfassung wissenschaftlicher Arbeiten. Siehe zum Beispiel:

http://www.unifr.ch/sr/de/PDF/DOC_WEGLEITUNG_2004_D.pdf (mitverfasst von Marianne Kropf, ehemals Doktorandin an der Abteilung Indologie I des SAI) mit weiteren Literaturhinweisen.

(Email:)   Seitenbearbeiter, Studienberater,
Im Neuenheimer Feld 330, D-69120 Heidelberg
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