Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Prof. Dr. Axel Michaels

Prof. Dr. Axel Michaels

Senior Professor and former Director of the Deptartment "Cultural and Religious History of South Asia (Classical Indology)" 1996 - 2016

Member of the Academic Advisory Council (AAC) at Universität Heidelberg

Head of the research unit „Documents on the History of Religion and Law or pre-modern Nepal”

Director of the cluster of excellence "Asia and Europe" (Profile)

Speaker of the Collaborative Research Centre 619 "Dynamics of Ritual" of German Research Foundation (DFG) (2002 - 2013)

Speaker of the German Research Foundation Council 106 "Ethnologie, Religionswissenschaft, Außereuropäische Kulturen" (2004 - 2011)

Speaker of the Indology Chapter of the Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (2001 - 2004)

Full Professor for Classical Indology, South Asia Institute at the Heidelberg University (since 1996)

Research projects

Stand: Februar 2012

1. Lebenszyklische Übergangsrituale in Nepal

(Finanzierung: DFG, SFB 619, 2002 - 2013)

Ausgehend von V. Turners These, dass sich Religion vor allem in dem zeigt, was sie tut, werden Rituale als "religion in action" verstanden; methodisch wird dies dadurch berücksichtigt, dass das Studium der normativen Texte der Hochtradition (Skript) mit Feldforschung über die tatsächliche Ritualpraxis (Performanz) verbunden wird. Die spannungsvollen Beziehungen zwischen lebenszyklischen Ritualen und Modernität sind in den Gesellschaften Südasiens noch kaum erforscht. Um ein möglichst vollständiges Bild von den Adaptionsprozessen lebenszyklischer Übergangsriten zu gewinnen, sollen möglichst viele nepalische Übergangsrituale, in hochtraditionellen und lokalen Texten, in hinduistischen und buddhistischen sowie volksreligiösen Kontexten, in ihrer Lokalität, d.h. in den verschiedenen Kasten- und Volksgruppenmilieus und geschlechtsspezifisch erfasst werden. In der ersten Forschungsphase (2002-2005) wurden die Rituale des Alterns, Sterbens und der Ahnenverehrung untersucht. In der zweiten Phase (2005-2009) sollen Kindheits- und Jugendrituale erforscht werden. Die dritte Phase (2009 - 2013) soll überwiegend Hochzeitsritualen gewidmet werden, so dass auf diese Weise erstmalig alle großen hinduistischen lebenszyklischen Rituale erfasst sind. Zum Teilprojekt (2005-2009) gehören gegenwärtig folgende Mitarbeiter:

DFG Science TV: Folge 01, "Übergangsrituale in Nepal"
Video (deut., engl.) mit Prof. Axel Michaels, Prof. Niels Gutschow, Dr. Manik Bajracharya und Dr. Alexandra Heidle


2. Religiöse Karten und Divinationskarten von Benares

(1999 - 2002; Finanzierung: DFG, Wiss. Mitarbeiter: Dr. J. Gengnagel)

In erster Linie werden historische, teilweise auch moderne Stadtkarten religiösen Inhaltes untersucht werden. Den Schwerpunkt der Arbeiten bildet die Sammlung und detaillierte Auswertung von Pilger- und Divinationskarten sowie mündlicher Quellen und zeitgenössischer Pilgerbroschüren. Die bisher praktisch ungelesenen Karten werden mit einem wissenschaftlichem Apparat versehen, sämtliche auf den reich beschrifteten Bildkarten genannten Heiligtümer und Pilgerstätten werden indiziert und vor Ort lokalisiert; dies wird den Vergleich religiöser, indigener Kartographie mit topographischen Karten ermöglichen. Die umfangreichen schriftlichen Angaben und Benennung von Heiligtümern, Pilgerstätten, Tempelteichen, li gas etc. werden in Bezug gesetzt zu den Angaben in der eulogischen Sanskrit-Literatur über Benares und mit mündlichen Überlieferungstraditionen verglichen. Die Ergebnisse der einzelnen Untersuchungen werden im Rahmen einer Analyse indigener Konzepte räumlicher Orientierung ausgewertet.

3. Text und Kontext der Mahimâ-Dharma-Bewegung in Orissa

(Abgeschlossen; Finanzierung: DFG, Wiss. Mitarbeiter: Dr. J. Beltz)

Der Mahimâ bzw. Alekha Dharma ist eine in der Mitte des 19. Jh. entstandene Bewegung, die nahezu alles ablehnt, was den Hinduismus kennzeichnet: Götter, heilige Schriften, Götterverehrung, Tempel, Wallfahrt, Priester oder Gurus. Im Unterschied zu dem Neohinduismus ist die Bewegung aber nahezu ohne christlichen bzw. westlichen Einfluß entstanden und vor allem in den Unterschichten (landlosen Kasten, div s s, Dalits etc.) verwurzelt. Das Projekt dient dazu, erstmalig die Vielfalt der Mahim -Dharma-Texte in Orissa aufzuarbeiten, d.h. auszugsweise zu edieren, zu übersetzen und im Hinblick auf indologische und religionswissenschaftliche Probleme zu analysieren. Dabei müssen besonders folgende Problemfelder berücksichtigt werden: der pointierte Antibrahmanismus, die sozialkritische Stoßrichtung, die Identität zwischen Sekte und sozio-religiöser Bewegung, die Spannung zwischen Philosophie und der Praxis einer religiösen Sekte, die Anbindungen bzw. Abgrenzungen zu verwandten philosophischen bzw. religiösen und sozialen Richtungen des Hinduismus wie Vishnuismus (Pañcasakhâ), Bhakti, Buddhismus, Advaitavedânta, Neohinduismus oder die Dalit-Bewegungen.

4. Jüngere Rechts- und Kulturgeschichte Indiens und Nepals

Der Muluki Ain, ein Kodex aus dem Jahre 1856, wird in ausgewählten Abschnitten kritisch ediert und übersetzt.

5. Patterns of Exchange. India's Natural Resources in European Travel Reports from the 16th to the 18th Century (C10)

(Abgeschlossen; Finanzierung: DFG, Exzellenzcluster "Asien und Europa im globalen Kontext"; wiss. Mitarbeiter: PD Dr. Oliver Hellwig)

European travel reports from the 16th to 18th century are important testimonies of early globalisation. Historical research has studied the influence of the European colonialist attitude on these reports intensively, but has not created a quantifiable model describing this interaction. In addition, scholarly research was mainly concerned with the religious and social information contained in these documents. The project aims at building a quantifiable model of transcultural exchange that is based on information about natural resources found in the travel reports. This data is correlated statistically with a timeline that describes the European interest in the Subcontinent. We expect to open up new methodological approaches for studying the transcultural exchange and to deepen our knowledge about its material aspects.

  • Subproject C10 on the website of the Cluster of Excellence "Asia and Europe"

6. Religion on Stage: Traditional South Asian Performances in New Public Spheres and Media

(mit Prof. Dr. William S. Sax. Abgeschlossen; Finanzierung: DFG, Exzellenzcluster "Asien und Europa im globalen Kontext"; wiss. Mitarbeiter: Eva Ambos, Silke Bechler

New forms of transnational media have radically changed the production, consumption, and content of traditional religious performances both in Asia and Europe. The documentation of such performances has become increasingly important for the people and countries concerned, and is often related to their cultural heritage, which is thought of as a kind of cultural revitalisation, or used to represent or sell local culture to tourists and others. This process is influenced by international regulations and ideas about markets, copyright, and cultural property. Such performances are often de-contextualised, and re-appear in new contexts with remarkable additions and transformations in non-traditional spaces such as television studios, folk festivals and tourist venues. We aim to systematically and scientifically analyse this process of asymmetrical change in the public (re)presentation and "staging" of religion in Asia and Europe, focusing on live performances, films, video and audio recordings, printed images, photographs, newspapers, magazines, internet and virtual platforms. We will contribute to transcultural studies by identifying flows between Asia and Europe, having a close look at "third spaces" such as media, markets, tourism, and developing new tools for the storage and analysis of static and moving images.

7. Ontologiemodellierung für die Erforschung von Ritualstrukturen (A10)

mit Prof. Dr. Anette Franck; Finanzierung: DFG, Exzellenzcluster "Asien und Europa im globalen Kontext", wiss. Mitarbeiter: PD. Dr. Oliver Hellwig, Dipl.-Ing. Nils Reiter

Ziel des Projektes ist die Erstellung eines formalen Modells für die Repräsentation von Ritualen. Dazu wird eine ausgewählte Menge von Ritualen analysiert und mit allgemeinen und ritual-spezifischen Konzepten annotiert. Das formale Modell zur Repräsentierung von Ritualen wird auf Basis dieser Daten entwickelt. Theoretische Fragen bezüglich der Struktur und Varianz von Ritualen werden anhand des formalen Modells untersucht, praktische Probleme der Modellierung identifiziert. Die aus Ritualbeschreibungen gewonnen Abstraktionen werden im Hinblick auf ihre Eignung, trans-kulturelle Regelmäßigkeiten abzubilden, getestet.

8. Die nepalische Wright-Chronicle - Editio princeps, Neuübersetzung und topographischer Atlas

Finanzierung: DFG, Wiss. Mitarbeiter: Dr. Manik Bajracharya, Prof. Dr. Niels Gutschow

Die sogenannte Wright-Chronik ist eine der wenigen buddhistischen Chroniken des Nepals. Sie erfasst neben den Dynastienhistorien vornehmlich Legenden und Mythen zu verschiedenen Heiligtümern Nepals, namentlich des Kathmandutals. Die englische Übersetzung eines einheimischen Gelehrten wurde 1877 von dem Arzt Daniel Wright herausgegeben; der Originaltext ist bislang nicht erschienen. Das Projekt sieht vor, den hauptsächlich in Altnepali, Nevari und Sanskrit verfassten Text erstmalig herauszugeben, die fehler- und lückenhafte Übersetzung Wrights durch eine englische Neuübersetzung zu ersetzen und mit einem topographischen Atlas zu ergänzen, der unveröffentlichte Zeichnungen und Aquarelle aus der Zeit um 1850 sowie topographische Karten und Lagepläne auf der Grundlage eigens angestellter Vermessungen umfasst.

9. Documents on the History of Religion and Law of pre-modern Nepal

Heidelberg Academy of Science and Humanities. Starting January 2014
Mitarbeiter: Dr. Astrid Zotter, Christof Zotter, PD Dr. Oliver Hellwig, Simon Cubelic, Borayin Larios

This project aims at understanding developments the formation of the Himalayan state entailed, such as the restructuring of social institutions or the expansion of Hindu rule. Research is based on a corpus of documents available in public and private archives of the Kathmandu Valley. Among the writs numbering in hundreds of thousands particular attention is given to those relating to religious institutions (such as edicts, land grants, contracts, foundation charters, letters) and to legal and administrative practice (such as court decisions on moral conduct, letters of indulgence, caste regulations). Files held by the National Archives and other governmental institutions were partly microfi lmed by the German Oriental Society (Deutsche Morgenländische Gesellschaft), but only some of them have been edited, translated, or studied so far.

With research units in Heidelberg and Kathmandu the project will systematically study and selectively edit and translate this unique textual corpus, which forms the basis for the still largely unexplored history of the many religious institutions and sites as well as of the jurisprudence of Nepal. The centrepiece of the academic endeavour is an open access digital database, which will unite references to published and unpublished documents and will enable complex searches in the data sets. Apart from the development of this database, which has a pioneering character in the research in South Asian documents, the Nepalese case-study will connect to wider scholarly discussions, such as the legitimation and affi rmation of rulership, political unifi cation and nation building, the importance of textualization and codifi cation of law, and the development of elite cultures in the 19th century.


(Email:)   Editor, Advisor,
Im Neuenheimer Feld 330, D-69120 Heidelberg
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