Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

SAI Jubiläumsprogramm

Globale Ansprüche – Lokale Realitäten. Indiens Städte in interdisziplinärer Perspektive.
26.-28. März 2012

Die rapide Zunahme der städtischen Bevölkerung in Indien hat zunehmend spürbare Folgen für die Umwelt, die ihrerseits kulturelle, ökonomische und politische Bedeutung haben. Diese interdisziplinäre Konferenz – zu der erstmals alle aktuellen Lehrstuhlinhaber des SAI gemeinsam in Neu Delhi zusammenkommen und mit einschlägigen indischen Kollegen diskutieren – sucht daher nach neuen, integrierten Ansätzen der Stadtforschung.

Stadtforschung fokussiert heute häufig auf manifeste Probleme in den Bereichen Infrastruktur, Stadtplanung oder Nutzung von Ressourcen, wobei diese Bereiche häufig isoliert betrachtet werden. Um die aktuellen Phänomene der Stadtentwicklung zu begreifen – oder gar um Lösungsvorschläge zu erarbeiten – ist ein fundiertes historisches Verständnis notwendig, auf dessen Grundlage es gelingt, die kulturellen Bedingungen der Urbanisierungsprozesse und –phänomene zu verstehen und die Herausforderungen ihrer materiellen Manifestation zu analysieren.

Auf der Grundlage dieser Annahmen ist die Konferenz in sechs thematische Sektionen unterteilt. Der erste Tag beginnt mit einer Serie von historischen Studien zu zwei der wichtigsten indischen Städte (Sektion 1), gefolgt von einer Untersuchung ausnehmend kultureller Aspekte derselben, nämlich ihrem Bezug zur Religion (Sektion 2). Am zweiten Tag geht es um Urbanisierung und „Entwicklung“ und „Modernisierung“ anhand konkreter Beispiele wie Elektrizität oder Abwasser (Sektion 3). The folgende Sektion untersucht das Verhältnis von Stadt und “Hinterland” und welchen Einfluss dieses auf Lebensstile hat (Sektion 4). Am dritten Tag schließlich liegt der Fokus auf dem Einfluss globaler Stadtkultur auf indische Metropolen. Hier wird anhand von Medien, Literatur und Film untersucht, wie sich Vorstellungen und Konzeptionen des Urbanen entwickeln, welche transkulturellen Paradigmen sie generieren, welche neuen Formen des städtischen Lebens und Selbstverständnisses sie generieren, und wie und an welchen Punkten sie den „traditionellen“, „lokalen“ oder „übernommenen“ Identitäten widersprechen oder inwieweit sie in neuen Mischformen aufgehen (Sektionen 4 bis 6).

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